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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

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Die Sprüche.

Kapitel 15.

Die Hauptsammlung vermischter Sprüche. (Fortsetzung)

1 Eine gelinde Antwort stillt den Grimm,
aber ein verletzendes Wort erregt den Zorn.
2 Der Weisen Zunge träufelt Erkenntnis,
aber der Thoren Mund sprudelt Narrheit aus.
3 Allerorten sind die Augen Jahwes,
überwachen beständig die Bösen und die Guten.
4 Gelindigkeit der Zunge ist ein Lebensbaum,
aber Verkehrtheit an ihr bewirkt Herzeleid.
5 Der Narr verschmäht die Zucht seines Vaters,
wer aber Rüge beachtet, handelt klug.
6 In des Frommen Haus ist Vorrat in Fülle,
aber in dem Einkommen des Gottlosen ist Zerrüttung.
7 Die Lippen der Weisen streuen Erkenntnis aus,
aber der Thoren Herz ist verkehrt.
8 Das Opfer der Gottlosen ist ein Greuel für Jahwe,
aber der Rechtschaffenen Gebet gefällt ihm wohl.
9 Ein Greuel für Jahwe ist der Gottlosen Weg;
wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
10 Böse Züchtigung widerfährt dem, der den rechten Pfad verläßt;
wer Rüge haßt, muß sterben.
11 Unterwelt und Abgrund liegen offen vor Jahwe,
wie viel mehr die Herzen der Menschen!
12 Der Spötter liebt nicht, daß man ihn zurechtweise;
zu den Weisen begiebt er sich nicht.
13 Ein fröhliches Herz macht das Angesicht freundlich,
aber bei Herzenskummer ist das Gemüt niedergeschlagen.
14 Des Verständigen Herz sucht Erkenntnis,
aber der Thoren Mund geht auf Narrheit aus.
15 Ein Elender hat nie einen guten Tag;
wer aber wohlgemut ist, hält immerdar ein fröhliches Gastmahl.
16 Besser wenig in der Furcht Jahwes,
als ein großer Schatz und Unruhe dabei.
17 Besser ein Gericht Kohl und Liebe dazu,
als ein gemästeter Ochs und Haß dabei.
18 Ein hitziger Mann erregt Zank,
aber ein Langmütiger stillt den Hader.
19 Des Faulen Weg ist wie eine Dornhecke,
aber der Rechtschaffenen Pfad ist wohl gebahnt.
20 Ein weiser Sohn macht dem Vater Freude,
aber ein Thor von einem Menschen verachtet seine Mutter.
21 Die Narrheit ist dem Unverständigen eine Freude,
aber ein Mann von Einsicht geht den geraden Weg.
22 Die Anschläge werden zunichte, wo Vorbesprechung fehlt;
sind aber der Berater viele, so kommen sie zustande.
23 Freude erwächst einem Mann durch die Antwort seines Mundes,
und ein Wort zu seiner Zeit - wie ist es so schön!
24 Der Pfad des Lebens geht aufwärts für den Klugen,
damit er nicht in die Unterwelt drunten gerate.
25 Der Hoffärtigen Haus wird Jahwe wegreißen,
aber der Witwe Grenze wird er feststellen.
26 Ein Greuel für Jahwe sind arge Anschläge,
aber rein sind ihm huldvolle Reden.
27 Sein eignes Haus verstört, wer nach ungerechtem Gewinne geizt;
wer aber Geschenke haßt, der wird leben.
28 Des Frommen Herz überlegt, was zu antworten ist,
aber der Gottlosen Mund sprudelt Bosheiten aus.
29 Jahwe ist fern von den Gottlosen,
aber der Frommen Gebet erhört er.
30 Freundlicher Blick erfreut das Herz;
frohe Kunde labt das Gebein.
31 Ein Ohr, das Leben wirkende Rüge hört,
wird inmitten der Weisen weilen.
32 Wer Zucht fahren läßt, verwirkt sein Leben;
wer aber auf Rüge hört, erwirbt Verstand.
33 Die Furcht Jahwes ist Zucht zur Weisheit,
und der Ehre geht Demut voran.